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Startseite der Website gestalten

05 Feb

(05.02.2015) Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Startseiten haben drei Funktionen. Sie müssen das Unternehmen sympathisch und vertrauensvoll präsentieren, beim Besucher Relevanz erzeugen und schließlich zu den passenden Inhalten leiten.

Showstopper Ersteindruck

BIEG Hessen - Tipps fürs Webdesign der Startseite
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Markenführung findet im Internet statt! Kunden besuchen oft erst die Unternehmenswebsite, bevor sie in der realen Welt Kontakt aufnehmen. Und wir wissen ja: Es ist der erste Eindruck, der zählt! Dabei ist egal, ob es sich um einen Menschen oder um eine Website handelt. Entscheidend ist, wie Sie sich in den ersten Sekunden präsentieren. Wo hält sich der Kunde in diesem Moment auf und wie können wir uns von unserer Schokoladenseite präsentieren? Oft ist die Startseite das Einstiegstor einer Website. In den anderen Fällen sind es Landingpages, die speziell eingerichtet sind für bestimmte Online-Marketing-Maßnahmen wie Google Adwords oder Suchmaschinenoptimierung. Um beim Kunden zu punkten, müssen Sie sympathisch und vertrauensvoll rüberkommen. Notwendig – aber nicht hinreichend - dafür ist, dass Sie beim Besucher keine negativen Emotionen produzieren.

Negative Emotionen können bspw. entstehen, wenn Ihre Website nicht für die Bildschirme Ihrer Besucher optimiert ist. Vermeiden Sie diesen Fehler! In Ihrer Webstatistik erkennen Sie, welche Browser, Monitorgrößen und mobilen Endgeräte Sie besucht haben. Stellen Sie diese Settings auf Ihrem Rechner nach und überprüfen Sie, wie gut Ihre Website dort dargestellt wird. Um insbesondere auf Smartphones noch einen ordentlichen Eindruck zu machen, kommen Sie in der Regel nicht drum herum, mit Responsive Webdesign zu arbeiten. Das ist eine Technik, mit der sich Ihre Website „responsiv“ dem Besucherdisplay anpasst.

Negative Emotionen entstehen auch, wenn der Besucher sich anstrengen oder konzentrieren muss. Das kommt öfter vor, als Sie denken, und kann sehr schnell geschehen. In unseren Beratungen haben wir schon viel Elend gesehen: Überladene Webseiten, keine klaren Hierarchien, zu wenig Führung oder ein unklarer Auftrag der Site. Vermeiden Sie all das!

Haben wir im ersten Schritt negative Emotionen verhindert, gilt es im zweiten, positive Emotionen zu wecken, insbesondere Sympathie und Vertrauen. Sympathie entsteht durch Gemeinsamkeiten, durch Nähe und Geborgenheit. Will ein Mensch im Gespräch Sympathien erzeugen, passt er sich seinem Gegenüber an. Er synchronisiert Sprechtempo und Sprachwelten. Wenn er gut vorbereitet ist, dann auch sein Outfit. Eine Website sollte im Design, in den Bildwelten, Farben und Formen und der Art und Weise, wie all diese Bestandteile zusammengebacken sind, die Stimmung der Besucher abfangen. Die Tonalität muss ebenfalls dem Besucher angepasst werden: Duzen oder Siezen, Textmengen und Begriffswelten. Nähe können Sie erzeugen, wenn Sie den Besucher direkt ansprechen, ihn quasi zum Bestandteil der Website werden lassen. Nähe kann auch entstehen, wenn Sie Menschen sichtbar werden lassen. Gesichter erzeugen – sofern sie nicht aus generischen Bilddatenbanken stammen – fast immer Nähe und Vertrauen. Es macht doch einen deutlichen Unterschied, ob der Besucher das Gefühl hat, mit einer anonymen Website oder einem greifbaren Menschen zu sprechen. Ersteres nennen wir übrigens "Corporate Wall" - auch um zu zeigen, dass sie immer weniger in die Social Media-geprägte Internetwelt passt. Geborgen fühlen sich Menschen, wenn Sie ihnen Sicherheit geben und Verständnis zeigen. Eine professionelle Gestaltung und die genaue Abbildung des Problems, das den Besucher auf die Website geführt hat, erhöhen die Chancen, dass er sich wohl fühlt.

Sind Sie der Richtige?

Nutzenkommunikation ist das A und O, um relevante Webseiten zu stricken. Dazu müssen Sie Wünsche, Erwartungshaltung, Sorgen und Nöte Ihrer Zielgruppe sehr gut kennen. Relevanz fängt also schon bei der Definition der Zielgruppe an. Das soll jetzt kein Nachhilfekurz in Marketing sein, aber wir begegnen dem Thema in der Praxis leider so oft, dass es erwähnt werden muss. Je besser Sie Ihren Kunden kennen, desto relevanter können Sie Ihr Angebot inszenieren. Um sich ein genaues Bild von der Zielgruppe zu machen, können verschiedene Techniken eingesetzt werden, zum Beispiel Fokusgruppen oder Personas. Ist der Kunde mit seinen Wesenszügen bekannt, gilt es, die wahren Kaufgründe auf der Startseite abzubilden. Dazu müssen Sie wissen, dass Kaufentscheidungen emotional getroffen werden. Zum Beispiel wird ein Schuh selten nur wegen der Passform, dem Preis oder dem Material gekauft. Gekauft werden eher Status, Sicherheit oder Abenteuer. Soll sich der Schuh als Statussymbol verkaufen, sollten Sie ihn entsprechend "framen": schwarzer Hintergrund in klaren Strukturen mit Worten wie "Präzision" oder "exklusiv". Stellen Sie immer den Nutzen für den Besucher in den Vordergrund. Hier arbeiten wir auf der Startseite nicht mit langen Texten, sondern mit kurzen Botschaften. Bringen Sie es auf dem Punkt und haben Sie notfalls Mut zur Lücke. Wir können nun mal nicht alle Verkaufsargumente auf eine Seite packen und gleichzeitig übersichtlich bleiben. Relevanz erzeugen Sie beim Besucher auch, wenn Sie ihm das Gefühl geben, dass er gar nicht mehr woanders schauen bzw. klicken muss. Es geht tatsächlich in die Richtung von Highlanders "Es kann nur einen geben!". Stellen Sie Ihre Alleinstellungsmerkmale heraus und punkten Sie mit Ihren Stärken. So werden Sie unverwechselbar, bekommen ein starkes Profil und differenzieren sich in der Wahrnehmung vom Wettbewerb.

Besucher richtig führen

Gehen wir mal davon aus, dass der Besucher den richtigen Eindruck gewonnen und Sie als relevanten Anbieter erkannt hat. Wie geht’s dann weiter? An dieser Stelle stoßen wir in unserer Beratungspraxis häufig auf Sackgassen. Der Besucher wird alleine gelassen und fragt sich: "Wo muss ich als nächstes klicken?". Und Sie wissen ja, Nachdenken produziert negative Emotionen. "Don’t make me think" ist der bessere Ansatz. Nehmen Sie den Besucher an die Hand und bieten Sie ihm mindestens eine Handlungsoption aktiv an. Eine Handlungsaufforderung wird dann gut wahrgenommen, wenn Sie mit einem Actionbutton, wie beispielsweise dem "In den Warenkorb"-Button von Amazon platziert wird. Werden Sie hier konkret und verraten Sie mit der Beschriftung, was passiert, wenn der Besucher klickt. "Zu den Neuheiten" wäre besser als ein "mehr".

Ein weiterer Einstieg in die Inhalte der Website ist das klassische Menü. Unübersichtlich wird dieses Menü, wenn es mehr als sechs oder maximal sieben Begriffe enthält. Zusammengesetzte Begriffe sind grundsätzlich schwierig, generische Begriffe wie "Leistungen" oder "Produkte" austauschbar und wenig aussagekräftig. Werden Sie auch hier konkret und nennen Sie Ross und Reiter. Damit geben Sie dem Besucher Klicksicherheit und holen ihn gedanklich besser ab. Übrigens muss es nicht nur ein Menü geben. Sie können ruhig mit unterschiedlichen Einstiegslogiken parallel arbeiten, um zum Beispiel mehrere Zielgruppen, Produkttypen oder Anwendungsgebiete abzubilden. Arbeiten Sie dann aber mit unterschiedlichen Formatierungen und Gestaltungselementen, wie zum Beispiel mit Kacheln, unterschiedlichen Texten und Farben.

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Kommen Sie in den Website-Check

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Autor

Daniel Weichert
Fachlicher Leiter

Seit über 10 Jahren berate ich kleine und mittlere Unternehmen für mehr Erfolg im Internet. In den bislang knapp 1.500 Beratungsfällen lag der thematische Schwerpunkt bei Onlinemarketing-Strategien und Website-Konzepten. Studiert habe ich BWL und E-Commerce an der Goethe Universität in Frankfurt am Main.

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