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Videos auf Websites einbinden: aber richtig!

18 Nov
Bild: Mathias Rosenthal - Fotolia.com

(18.11.2015) Die erfreuliche Nachricht zuerst: Video-Marketing ist bei den kleinen Unternehmen angekommen. Auf den Unternehmenswebsites, die dieses Jahr beim Hessischen Website Award um den Titel der besten Website in Hessen gerungen haben, wimmelte es vor Video-Content: Unternehmensvorstellungen, Erklärvideos, Anleitungen. Damit liegen die hessischen KMU im Trend, denn Video Marketing boomt schon seit mittlerweile zwei Jahren.

Das Problem: Wie bei jedem anderen Marketingtool reicht es nicht aus, dass die Videos einfach nur da sind. Sie müssen auch richtig eingesetzt werden und an der richtigen Stelle die richtigen Nutzer erreichen, sonst ist die ganze Arbeit für die Katz. Hier ein paar einfache Tipps für die Einbindung von Video-Content auf Websites:

Der Content muss da erscheinen, wo man nach ihm sucht

Bauleiter Holger Holgerson hat ein Traggerüst eingekauft, doch der Aufbau stellt eine unerwartete Herausforderung dar. Holgerson begibt sich in der Hoffnung, online eine Aufbauanleitung zu finden, mithilfe seines iPads auf die Website des Gerüstanbieters. Wo wird er danach suchen? Aller Wahrscheinlichkeit nach nicht im Menüpunkt „Videos“ – schließlich weiß Herr Holgerson nicht, dass es eine Videoanleitung für das Gerüst gibt. Er sucht gerade nicht nach Videos, sondern nach Informationen über das Traggerüst, und wird den „Hinweisschildern“ in die entsprechende Richtung folgen. Dort sollte sich dann idealerweise die Videoanleitung für den Gerüstaufbau befinden. (das nennen wir Convenience: Alle Inhalte für ein Thema oder Problem sollten sich auf derselben Unterseite befinden, denn das ist für den User am Bequemsten.)

Das hat außerdem den Vorteil, dass neben den Besuchern, die speziell nach der Anleitung suchen, auch potentielle Käufer auf das Video aufmerksam werden. Es illustriert die gute Kundenbetreuung des Gerüstherstellers, stellt in sich ein Kaufargument dar und schafft Vertrauen.

Also: Verstecken Sie Videos nicht auf Unterseiten, auf denen niemand nach ihnen suchen würde, und lagern Sie Videos auch nicht in einen Menüpunkt „Unsere Videos“ aus. Platzieren Sie das Video da, wo der Inhalt hingehört; sortieren Sie nach Thema, nicht nach Medium.  

Weiß ein Besucher auch ohne Video, worum es geht?

Das haben Sie vielleicht auch schon mal erlebt: Sie rufen die Website eines Unternehmens auf, das in Google gelistet war oder das Ihnen jemand empfohlen hat, und auf der Startseite werden Sie von einem Video begrüßt. Dumm nur: Ihre Internetverbindung stockt. Oder Sie surfen mit limitierter Bandbreite auf dem Handy. Oder Ihnen fehlt gerade das richtige Plugin, oder Sie sitzen in der S-Bahn oder im Großraumbüro und haben keine Kopfhörer parat. Und außer dem Video gibt Ihnen die Startseite keinerlei Hinweise darauf, um was für ein Unternehmen es sich handelt, was es anbietet, oder ob Sie hier überhaupt richtig sind. Diese Website ist in diesem Moment für Sie nutzlos. Klar, Sie könnten sich jetzt auf der Suche nach der Information durch die Menüs klicken – vorausgesetzt, das Menü ist aussagekräftig genug, dass Sie sich orientieren können. Aller Wahrscheinlichkeit nach klicken Sie allerdings lieber auf „Zurück“ und suchen sich ein besseres Suchergebnis aus.

Beim Aufbau Ihrer Website müssen Sie deshalb zweierlei sicherstellen: Erstens muss der Nutzer sich auch barrierefrei auf der Website bewegen können, ohne das Video anzusehen. Zweitens – und auch das verbessert die Nutzerfreundlichkeit – sollten Sie dem Nutzer mitteilen, was er davon hat, wenn er sich dieses Video ansieht. Dann kann der Besucher, der sich das Video ansehen könnte, wenn er denn wollte, selbst entscheiden, ob er das gerade auch möchte. Und der Nutzer, der das Video im Moment nicht aufrufen kann, weiß dann, was er gerade verpasst; so fühlt er sich gut informiert und kann seinen Weg durch die Website unbeschadet fortsetzen. 

Verschwenden Sie nicht die Zeit der Zuschauer

Bild: FirmBee - Pixabay.com

Der Chef einer Autovermietung hat sich dafür entschieden, sein Unternehmen auf der Website mithilfe eines Imagefilms vorzustellen. Er hat das genau durchdacht: Im Video kann sich der potentielle Kunde einen Eindruck davon verschaffen, mit wem er es zu tun hat, wie seriös das Unternehmen ist und was für Leistungen er erwarten kann. Gut so.

Der Chef kennt sein Unternehmen natürlich in- und auswendig. Und er findet das fertige Video sehr gelungen: Bei getragener Musik baut sich das Firmenlogo vor dem Zuschauer auf, Aufnahmen glänzender neuer BMWs leiten das Video ein.

Dumm nur: Chefs und Mitarbeiter haben ganz andere Reaktionen auf ihre Videos als die Zuschauer, weil sie das Unternehmen schon kennen und (hoffentlich) mögen. Potentielle Kunden haben hingegen noch keine Meinung über das Unternehmen und müssen im Video erst davon überzeugt werden, dass sich die Bekanntschaft mit dem Unternehmen lohnt. So einem Websitebesucher sind Videoabschnitte ohne mehrwertige Informationen in der Regel egal. Andersherum finden Chefs und Mitarbeiter häufig die Videoabschnitte langweilig, die den Besuchern gut gefallen.

Lange Videos kommen nicht an: Nach zwanzig Sekunden Einleitung verliert der Besucher so langsam das Interesse. Fassen Sie sich deshalb kurz. Verschwenden Sie keine Zeit auf lange Intros. Steigen Sie mit den Informationen ein, die der Zuschauer braucht, und liefern Sie weitere nach. Einer der Gründe für die große Beliebtheit von Videos liegt in ihrer Effizienz: Mit Bild und Ton kann man mehr Informationen auf einmal geben als mit bloßem Text. Nutzen Sie das aus. Wie für alle anderen Arten von Content gilt auch für Videoinhalte: Seien Sie dem User jederzeit nützlich.

Das Geheimnis erfolgreicher Erklärvideos: Social Media Day 2015 in der IHK Frankfurt am Main

Videos sind das ganz große Social-Media-Thema 2015, und deshalb drehen sich bei unserem Social Media Day 2015 am 2. Dezember auch gleich zwei Vorträge um das Thema Video Marketing: Philip Steuer spricht über YouTube Marketing aus Sicht eines Social Media Influencers. Und Klaus Schwope verrät Ihnen die 10 Geheimnisse erfolgreicher Erklärvideos. Melden Sie sich an!

Autor

Angelika Niere
Referentin

Nach einem Studium der Literaturwissenschaft wurde ich 2009 Referentin des BIEG Hessen. Dort betreue ich unsere Leitfäden und unseren Blog. Meine Schwerpunkte sind Content-Marketing und Storytelling.

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