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4. Wie nützlich sind Social-Media-Guidelines? Was sollten Verhaltensregeln in jedem Fall beinhalten?

Der Arbeitgeber kann nicht verhindern, dass seine Mitarbeiter in Sozialen Medien mitteilen, für welches Unternehmen sie arbeiten, welche Funktion sie dort ausüben und welche Qualifikationen sie besitzen. Für die private Nutzung von Sozialen Medien kann der Arbeitgeber auch sonst keine Vorgaben machen – möglich sind allenfalls unverbindliche Empfehlungen und der Hinweis darauf, dass auch im Internet geltendes Recht zu beachten ist.

Der Arbeitgeber kann aber selbstverständlich verbindliche Vorgaben machen, wenn es um den geschäftlichen Auftritt in Sozialen Medien geht, der Mitarbeiter also im Namen des Unternehmens kommuniziert. Hierzu werden häufig sogenannten Social-Media-Guidelines, das heißt Richtlinien zum Umgang mit Sozialen Medien aufgestellt.

Social-Media-Guidelines sollten insbesondere folgende Punkte regeln:

  • Welche Ziele verfolgt das Unternehmen mit der Nutzung von Social Media?
  • Welche Sozialen Medien (z. B. Xing, Facebook, Twitter etc.) möchte das Unternehmen ausschließlich oder überwiegend nutzen und welche Inhalte sollen vermittelt werden?
  • Welche Mitarbeiter dürfen im Namen des Unternehmens kommunizieren?
  • Wie haben die Mitarbeiter in Sozialen Medien aufzutreten?
  • Wer ist Ansprechpartner bei Fragen und Problemen?
  • Dürfen Soziale Medien von den Mitarbeitern während der Arbeitszeit auch privat genutzt werden und wenn ja, in welchem Umfang?

Außerdem sollten die Mitarbeiter in den Guidelines darauf hingewiesen werden, dass

  • das Internet kein rechtsfreier Raum ist und gesetzliche Vorschriften beachtet und eingehalten werden müssen (z. B. das Wettbewerbs-, Urheber- und Markenrecht oder das Datenschutzrecht),
  • vertrauliche Informationen – wie z. B. Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse – nicht nach außen getragen werden dürfen,
  • private Meinungen deutlich als solche zu kennzeichnen sind und
  • jeder Mitarbeiter für seine Einträge selbst verantwortlich ist.

In den Guidelines können auch Regelungen für den Krankheitsfall festgelegt werden, beispielsweise dass jeder Mitarbeiter einen Vertreter benennen muss, der bei Abwesenheit auf den dienstlichen Account zugreifen kann.

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Gastautor

Simone Bettelmann

Als Referentin des Geschäftsfelds Recht und Steuern in der IHK Frankfurt am Main befasst sich Simone Bettelmann vor allem mit den Themen Arbeitsrecht und Datenschutz. IHK-Mitgliedsunternehmen mit Firmensitz in Frankfurt können sich jederzeit mit Fragen an sie wenden.

http://www.frankfurt-main.ihk.de

Letzte Aktualisierung: Juli 2018

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